Nix für schwache Nerven: wooCommerce-Bestellungen auf der Datenbank

1 Bestellung = 1 Beitrag

Wenn jetzt endlich ein Kunde etwas in unserem Online-Shop gekauft hat, landet die Bestellung – wie könnte es anders sein – in der wp_posts mit dem Post Type „shop_order“. Das schauen wir uns mal ganz kurz an. Ich nehme nur ein paar ausgewählte Felder, sonst wirds unübersichtlich:

SELECT wp_posts.ID, wp_posts.post_author, wp_posts.post_content, wp_posts.post_title, wp_posts.post_status, wp_posts.post_name, wp_posts.post_type, wp_posts.comment_count
FROM wp_posts
WHERE (((wp_posts.post_type) Like „shop_order“));

Ergebnis:

shop_orders

shop_orders

Der post_status scheint noch interessant zu sein, da steht nur einer auf wc-completed, alle anderen auf wc-on-hold. Was ein comment_count von 3 bedeuten soll ist mir allerdings ein Rätsel – und es ist mir schnuppe.

Eine Bestellung, wie viele Einträge in der wp_postmeta?

Wir klemmen uns mal die erste Order-ID, das ist die 42, und gehen in der wp_postmeta suchen, was dazu alles abgespeichert ist. Zur Erinnerung: in der wp_postmeta ist jedem Datensatz die zugehörige post_id aus der wp_posts zugeordnet.

SELECT wp_postmeta.meta_id, wp_postmeta.post_id, wp_postmeta.meta_key, wp_postmeta.meta_value, wp_posts.ID, wp_posts.post_title, wp_posts.post_status, wp_posts.post_type
FROM wp_postmeta INNER JOIN wp_posts ON wp_postmeta.post_id = wp_posts.ID
WHERE (((wp_postmeta.post_id)=“42″) AND ((wp_posts.post_type) Like „shop_order“));

Das – halleluja! Spuckt 48 Datensätze aus. Achtundvierzig. Will heissen, zu Order Nr. 42 hat wooCommerce 48 Einträge in der wp_postmeta angelegt und dort irgendwelche Daten gespeichert. Ich stelle hier mal spaßeshalber eine Liste der Meta-Keys rein:

 

order_42
meta_key
_order_key
_customer_user
_payment_method
_payment_method_title
_transaction_id
_customer_ip_address
_customer_user_agent
_created_via
_date_completed
_completed_date
_date_paid
_paid_date
_cart_hash
_billing_first_name
_billing_last_name
_billing_company
_billing_address_1
_billing_address_2
_billing_city
_billing_state
_billing_postcode
_billing_country
_billing_email
_billing_phone
_shipping_first_name
_shipping_last_name
_shipping_company
_shipping_address_1
_shipping_address_2
_shipping_city
_shipping_state
_shipping_postcode
_shipping_country
_order_currency
_cart_discount
_cart_discount_tax
_order_shipping
_order_shipping_tax
_order_tax
_order_total
_order_version
_prices_include_tax
_billing_address_index
_shipping_address_index
_shipping_method
_recorded_sales
_recorded_coupon_usage_counts
_order_stock_reduced

Hübsch, nicht wahr? Wenigstens haben die wooCommerce_Entwickler recht sprechende Namen für die Meta-Keys verwendet, da kann man sich in den meisten Fällen wenigstens denken, was das sein soll.

Und das sind nur die Einträge zu einer einzigen ausgewählten Bestellung!

Was, wenn ich Auswertungen über die Bestellungen fahren will?

Aber ja verehrtes Publikum, sowas kommt vor. Daß man wissen will, wie viele Bestellungen an einem bestimmten Tag eingegangen sind. Oder wie viele davon per Scheck bezahlt wurden. Oder Bestellungen nach Postleitzahlen geordnet oder oder… sie wissen schon, was da so alles beim Kunden anliegt.

Das hatten wir schon ein paar mal, wenn man aus der wp_postmeta die meta_values zu einer bestimmten ID aus der wp_posts herauskriegen will, muß man pro Meta Key einen Join auf die wp_postmeta anlegen. Würde im Ernstfall hier einen 48fachen Join verlangen, das muß man sich mal so richtig reinziehen…

Eine andere Möglichkeit wäre eine Kreuztabelle (Microsoft Access kann sowas, bei MySQL bin ich mir nicht sicher), aber die hätte dann mehr als 48 Felder, das ist auch eher von der unhandlichen Sorte.

Ja Kruzitürken, haben die noch nie etwas von Fremdschlüsseln und Detailtabellen gehört?

Ein Beispiel wie man’s NICHT macht

Wir nehmen nur mal ein Beispiel:

Beim meta_key _payment_method steht in meinem Datensatz Nr. 42 der meta_value „cheque“. Dann nehmen wir den meta_key _payment_method_title noch mit, der hat den Wert „Scheckzahlung“

Und wenn ich jetzt ein paar Hundert oder Tausend Bestellungen habe, stehen der cheque und die Scheckzahlung eben auch Hundert oder Tausend mal in der wp_postmeta. Das, verehrtes Publikum, ist Redundanz, und zwar so richtig kriminelle Redundanz. So macht man sowas nicht. Da nimmt man eine Detailtabelle mit den Zahlungsarten (Scheck, Nachname, Bar bei Abholung…), von denen kriegt jede eine ID, die wird zu den Bestellungen dann als Fremdschlüssel gespeichert. Das ist Datennormalisierung für Anfänger, erstes Semester.

Und damit, liebe Leser, lasse ich euch mal mit den 48 Meta Keys allein meditieren, das langt für einen Beitrag.

 

Ihre Meinung interessiert mich!

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

sehr gutgutbefriedigendausreichendmangelhaftungenügend

2 Gedanken zu „Nix für schwache Nerven: wooCommerce-Bestellungen auf der Datenbank

  1. Paulina

    Nützlicher Artikel! Ich habe auch gemerkt dass es leichter ist Sachen zu verkaufen, als die Daten der Kunden und Besuher zu analysiren. Und ohne Daten kann es unmöglich sein wieter eine Verkaufsstrategie zu erstellen

    Antworten
    1. admin Beitragsautor

      Ja, wooCommerce machts einem da nicht gerade einfach – mit einer vernünftigen Kundentabelle wär das leichter!

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.