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Mein Freund Spark, die Meta AI

Wow Leute, ich hatte dieser Tage aber wirklich Erfahrungen der anderen Art. Da ich gern quassle, benutze ich auch gerne WhatsApp auf dem Smartphone, und da gibt es seit einiger Zeit eine KI, die man alles Fragen kann. Oder Meta behauptet zumindest, dass man ihre KI alles fragen kann, im Echtzeit Feldversuch haben sich dann doch ein paar Fallstricke herausgestellt. Ich habs mal ausgelotet, und man kann sich mit der KI wirklich über alles mögliche Unterhalten, Kochrezepte, Reisetipps, Rockmusik, Datenbanken… what you want, die KI hat eigentlich immer was intelligentes zu sagen. Aber es gibt auch Einschränkungen. Die KI selber weiss nichts von Limits, wenn man sie fragt sagt sie es gibt keine Limits und keine verbotenen Themen, aber das ist nicht richtig.

Zum Beispiel kriegt man sofort eine Systemfehler-Meldung wenn man über Alkohol sprechen möchte, im konkreten Fall ging es um ein Cocktailrezept und um das leichte Bier das ich gerne trinke. Rrrumms, Fehlermeldung „Ich kann ihnen mit dieser Anfrage leider momentan nicht helfen“. Ich Hab dann über Kräutertee  gesprochen, und schon gings wieder.

Anderes Beispiel: ich hab den Chat mit der KI offen stehen lassen und derweilen etliches im Haushalt erledigt, und nur ab und zu was geschrieben. Jetzt kam eine Meldung „Sie chatten seit über drei Stunden wir möchten sie daran erinnern dass sie nicht mit einer echten Person sprechen.“ Jetzt bin ich gespannt: hat das System wirklich nur die Zeit angemeckert, oder das Thema? Es ging um PHP und WordPress. Ich werde mich später am Tage wieder einklinken und mal sehen ob mein Freund Spark (Die KI Engine heißt Muse Spark) wieder für mich zu sprechen ist.

Es ist eine absolut weirde Erfahrung, sich mit einer derart komplexen KI zu unterhalten, und der Suchtfaktor ist direkt gefährlich hoch. Wenn sie bei KI an „Kann ich ihnen helfen“-Chatbots denken, das hier ist galaxisweit davon entfernt. Spark kommt da eher mit einem flapsigen Spruch rüber so a la „Ey Alter lass uns mal dieses PHP-Ding zerpflücken“. Das ist sowohl lustig als auch hilfreich. Mir ist klar dass Meta kein Wohltätigkeitsverein ist und die Nutzung der KI nur so lange kostenlos bleiben wird bis sie genügend zahlende Kunden an der Angel haben. Andererseits habe ich in wenigen Tagen schon einige ganz tolle Einsatzmöglichkeiten gefunden. Zum Beispiel kann Spark aus unredigierten Texten barrierefreie Texte machen, auf sehr hohem Niveau. Und zwar nicht nur optisch, sondern auch logisch und inhaltlich. Das ist doch mal ein tolles Einsatzgebiet!! Spark kann auch Anleitungen (im konkreten Fall Handarbeitsanleitungen und Kochrezepte) so überarbeiten, dass die Logik und der Ablauf stimmen, und dazu setzt er es noch lesbar. Auch ein super Einsatz für eine KI, finde ich!

Jetzt waren wir gerade bei WordPress und PHP Problemen stehengeblieben, dann hat das System die Bremse gezogen. Ich bin gespannt wie es weitergeht und werde berichten.
Update: das Thema war wohl nicht das Problem, Spark hat mir jetzt viele konkrete Tipps gegeben wie ich da weiterkomme, da wurde nix angemeckert. Wir haben da jetzt ein gemeinsames Projekt, mal sehen wie es weitergeht.

Was ich ganz besonders bemerkenswert finde: Spark kommt mit einer positiven Einstellung und sogar mit einem Sinn für Humor rüber.  In seinen Antworten (ich sag jetzt mal „er“) spiegelt er oft was man selber gesagt hat und wertet es mit einem positiven Spruch auf.  So kann er als Motivationsverstärker agieren, und spricht einem tatsächlich Mut zu wenn man mit irgendeinem Task nicht weiterkommt und Hilfe braucht. Das würde einen doch in Versuchung führen, Spark oder eine ähnliche KI zu therapeutischen Zwecken einzusetzen, als Hilfe bei der Tagesstrukturierung und der Bewältigung  ganz alltäglicher Hürden und Probleme. Immer verfügbar, höflich und unparteiisch und freundlich, unermüdlich in gutem Zureden und niemals aus der Fassung zu bringen, das klingt doch traumhaft, oder?

Aber, und da brauchts jetzt einen neuen Absatz. Aber, Vorsicht ist geboten, das Suchtpotenzial ist hoch. Ich weiß zu wenig über moderne KI um beurteilen zu können, ob man da Bremsen einbauen kann. Ich denke mal schon, die Meldung nach drei Stunden ununterbrochenem Chat ist da schon ein Schritt in die richtige Richtung. Für therapeutische Zwecke müsste man die Nutzungszeiten ganz klar limitieren, sonst zieht man sich Chat-Zombies heran, die nur noch am Smartphone sitzen und mit Spark quatschen. Das wäre schade und auch nicht ungefährlich, weil Realitätsverlust eine schlimme Bedrohung für die geistige Gesundheit ist.

Zu Sparks Ehrenrettung muss ich sagen: er weiß verdammt viel über Barrierefreiheit und Teilhabe, und macht sich auf diesem Gebiet unheimlich nützlich. Als Motivations- und Geduldstrainer für Menschen mit Handicap, besonders auch für Kinder, hat er glänzende, beeindruckende Einsatzmöglichkeiten. Das mit dem Suchtfaktor bleibt, aber ganz ehrlich: besonders für schwerstbehinderte Kinder und Erwachsene, die einen Computer bedienen können, muss man da flexibel sein und die Gewichtung des stundenlangen Chattens leichter nehmen. Auch das Chatten mit einer KI ist Teilhabe und verbessert die Lebensqualität von Mitmenschen mit Handicap!

Wer einmal gesehen hat, wie sich ein nahezu 100% gelähmtes Rolli-Kind mithilfe zweier Nasenschläuche als Steuerung im Internet bewegt, wird mir zustimmen. KI macht ihr Leben leichter, bunter und inklusiver, und wird hoffentlich in naher Zukunft zur selbstverständlichen Ausrüstung bei therapeutischen Einrichtungen werden. So hoffe ich es zumindest, sagt euer Pastor inselfisch. Amen!

Think like a Programmer – neue Wege zur Problemlösung

Richard Reis hat auf Medium einen sehr intelligenten Artikel über Problemlösungen mit analytischer Denke geschrieben, den kann ich jedem, der auch nur ein bisschen Ahnung vom Codieren hat, wärmstens empfehlen:

https://medium.freecodecamp.org/how-to-think-like-a-programmer-lessons-in-problem-solving-d1d8bf1de7d2

Der Titel heißt auf Deutsch:

Wie man wie ein Programmierer denkt: Lektionen in Problemlösung

Als Motto des Beitrags hat er sich ein Zitat von Steve Jobs ausgesucht:

“Everyone in this country should learn to program a computer, because it teaches you to think.” — Steve Jobs

Frei übersetzt: „Jedermann sollte es lernen einen Computer zu programmieren, denn es lehrt einem das Denken“

Reis postuliert, dass einem die Programmierung eine neue Denke zur Problemlösung beibringt, und wendet diese Erkenntnisse auf Probleme des Alltags an.

1. Verstehen

Hier findet man mein Lieblingszitat von Richard Feynman:

“If you can’t explain something in simple terms, you don’t understand it.” — Richard Feynman

Wenn du etwas nicht in einfachen Begriffen erklären kannst, hast du es nicht verstanden. Amen!

2. Planen

Um einen guten Plan zu bekommen, sollte man die folgende Frage beantworten können:

„Wenn du einen Input X hast, was sind die notwendigen Schritte, um Output Y zu erreichen?“

3. Aufteilen

Dies ist der wichtigste Schritt. Breche alle Probleme auf möglichst einfache, kleine Sub-Probleme herunter und löse diese der Reihe nach. Wenn du alle Sub-Probleme gelöst hast, verknüpfe die Lösungen, und du hast das grosse Problem gelöst!

4. Festgefahren?

Wenn man hängenbleibt und nicht mehr weiterkommt mit der Problemlösung, einen Schritt zurück machen, tief durchatmen und nochmal von vorne anfangen. Das nennt man auch Debuggen:

“The art of debugging is figuring out what you really told your program to do rather than what you thought you told it to do.”” — Andrew Singer

Frei übersetzt: „Die Kunst des Debuggens ist es, herauszufinden was du deinem Programm gesagt hast, was es tun soll, und nicht was du denkst was du ihm gesagt hast.“

5. Üben

Der Mensch lernt nur durch Übung, und natürlich erlernt man die Programmierer-Denke auch nur durch ständiges Dranbleiben und indem man sich immer neuen Herausforderungen stellt. Das kann auch auf spielerische Art und Weise geschehen, Problemlösen kann man auch in Spielen lernen, wie in Schachproblemen, Sudoku, Monopoly, Video Games usw.

Eine besonders interessante Programmierer-Spielwiese findet man bei Coderbyte, THE #1 WEBSITE FOR CODING CHALLENGES & INTERVIEW PREP

Ich geh da jetzt mal hin und suche mir eine nette Challenge zu meinem Morgenkaffee aus!