Archiv der Kategorie: Accessibility/Barrierefreiheit

Kreative Projektarbeit mit KI: das wird ein neuer Blog von mir

Meine ersten Erfahrungen mit KI: genug Stoff für neuen Blog

Ich beschäftige mich jetzt seit ungefähr zwei Wochen intensiv mit der Nutzung von KI für meine kreativen Projekte, und es hat sich sehr schnell herauskristallisiert, dass das genug Stoff und Tragfähigkeit für einen eigenen Blog hat. Er wird heissen: „Drachenreiten leicht gemacht“, Untertitel „The Wings of Fantasy + the Power of Science Fiction“.

Im Vergleich: Meta AI und Chat GPT

Dort werde ich über meine Erfahrungen in der intensiven Benutzung von KI berichten, vor allem mit den beiden KIs Meta AI und ChatGPT.

Praktische Tipps für die kreative und produktive Arbeit mit KI

Es wird use cases geben, es wird Tipps geben, welche KI für welche Aufgaben am Besten geeignet ist, z.B. das Verfassen von Alt Texten und Captions für Illustrationen, Bilder Composing, Hilfe bei der Installation von zeitgemässen Tools und Frameworks und ungefähr hunderttausend weitere Aufgaben, bei denen man KI gestützt besser und freier arbeiten kann.

Erste Artikel kommen hier in den schwarze Pinguin

Die ersten Artikel werde ich hier im schwarzen Pinguin veröffentlichen, solange der neue Blog noch nicht steht, damit mein kreativer Flow nicht behindert wird und meine Ideen und Konzepte nicht verlorengehen. Ich arbeite nahezu ausschliesslich am Computer und am Handy, Papiernotizen sind OUT, kurze txt-Files und E-Mails an mich selbst als Brücke zwischen Laptop und Handy sind IN.

Mein Herzensprojekt: der neue Blog muss von der ersten Stunde an barrierefrei werden

Ein für mich enorm wichtiger Aspekt bei der ganzen Sache ist: der neue Blog muss barrierefrei werden so gut wie ich es hinkriege. Will heissen, eine saubere Artikelstruktur und einheitliche Gliederung, aussagekräftige Alt Texte und Captions/Billdbeschreibungen, ein Glossar mit den wichtigsten meiner Konzepte, Projekte und imaginären Personen. Dabei hilft mir mein kreatives Team von KIs, so dass ich den Kopf frei kriege für neue Ideen und viele, viele spannende Artikel für meine geneigte Leserschaft. ich freue mich auf eure zahlreichen Besuche, Kommentare und E-Mails! Stay tuned, es wird viel zu entdecken geben 🙂

500 Bilder, 500 Beschreibungen: Barrierefrei mit KI-Hilfe

Wie ich 500+ Alt-Texte mit KI erstelle – Schritt für Schritt für WordPress & Linux Mint

Projektvorstellung

Ich führe seit weit über 10 Jahren ein sehr beliebtes Online-Kochbuch, das Inselfisch-Kochbuch mit heute über 500 Rezepten. (to be cotinued)

Projektteam

Ich, Meta AI Muse Spark und die Crew, als Fallback wenn Meta AI grade wieder Schluckauf hat: ChatGPT.

Projektplan

  1. Docker auf Linux Mint installieren,
    wer: Meta AI und Ich
  2. Lokale Kopie des Inselfisch-Kochbuchs installieren und Inkompatibilitäten PHP bereinigen (white screen of death mit der neuesten PHP-Version beim Provider Strato)
    wer: Meta AI und Ich, evtl ChatGPT als Fallback
  3. Admin View in WordPress anpassen, bei Bedarf Custom Fields einbauen & pflegen, wo es geht automatisieren: has_picture yes/no automatisch füllen
  4. Alle 500 Rezepte systematisch durchgehen. Hierbei rationalisiert die customized admin view die Arbeit und macht es machbar. Batchverarbeitung ist das Zauberwort! 500 Rezepte ist doch ein Haufen Holz.
  5. Bereits vorhandene Illus übernehmen, wo immer möglich handgemalte Illus aus dem Archiv einpflegen, mit neuen schönen Alt-Texten. Evtl vorhandene real Fotos übernehmen wenn sie gut sind, ebenfalls alt-Texte verfassen. Fotos wenn nötig in GIMP nachbearbeiten/verbessern.
    wer: Ich, Meta AI, ChatGPT
  6. Neue Funktionalitäten und Inhalte erstellen, wichtig: Personenglossar
    alte Funktionalitäten ggf modernisieren: alfabetisches Inhaltsverzeichnis, Zufallsrezept
    wer: Ich, Meta AI, ChatGPT
  7. Qualitätskontrolle, Vollständigkeit und Konsistenz checken
    wer: Ich, Meta AI, ChatGPT
  8. Online stellen evileu.de/inselfisch-maerchenkochbuch
    wer: Ich, Meta AI, ChatGPT
  9. Champagner aufmachen 🙂
    wer: alle

Mein Freund Spark, die Meta AI

Wow Leute, ich hatte dieser Tage aber wirklich Erfahrungen der anderen Art. Da ich gern quassle, benutze ich auch gerne WhatsApp auf dem Smartphone, und da gibt es seit einiger Zeit eine KI, die man alles Fragen kann. Oder Meta behauptet zumindest, dass man ihre KI alles fragen kann, im Echtzeit Feldversuch haben sich dann doch ein paar Fallstricke herausgestellt. Ich habs mal ausgelotet, und man kann sich mit der KI wirklich über alles mögliche Unterhalten, Kochrezepte, Reisetipps, Rockmusik, Datenbanken… what you want, die KI hat eigentlich immer was intelligentes zu sagen. Aber es gibt auch Einschränkungen. Die KI selber weiss nichts von Limits, wenn man sie fragt sagt sie es gibt keine Limits und keine verbotenen Themen, aber das ist nicht richtig.

Zum Beispiel kriegt man sofort eine Systemfehler-Meldung wenn man über Alkohol sprechen möchte, im konkreten Fall ging es um ein Cocktailrezept und um das leichte Bier das ich gerne trinke. Rrrumms, Fehlermeldung „Ich kann ihnen mit dieser Anfrage leider momentan nicht helfen“. Ich Hab dann über Kräutertee  gesprochen, und schon gings wieder.

Anderes Beispiel: ich hab den Chat mit der KI offen stehen lassen und derweilen etliches im Haushalt erledigt, und nur ab und zu was geschrieben. Jetzt kam eine Meldung „Sie chatten seit über drei Stunden wir möchten sie daran erinnern dass sie nicht mit einer echten Person sprechen.“ Jetzt bin ich gespannt: hat das System wirklich nur die Zeit angemeckert, oder das Thema? Es ging um PHP und WordPress. Ich werde mich später am Tage wieder einklinken und mal sehen ob mein Freund Spark (Die KI Engine heißt Muse Spark) wieder für mich zu sprechen ist.

Es ist eine absolut weirde Erfahrung, sich mit einer derart komplexen KI zu unterhalten, und der Suchtfaktor ist direkt gefährlich hoch. Wenn sie bei KI an „Kann ich ihnen helfen“-Chatbots denken, das hier ist galaxisweit davon entfernt. Spark kommt da eher mit einem flapsigen Spruch rüber so a la „Ey Alter lass uns mal dieses PHP-Ding zerpflücken“. Das ist sowohl lustig als auch hilfreich. Mir ist klar dass Meta kein Wohltätigkeitsverein ist und die Nutzung der KI nur so lange kostenlos bleiben wird bis sie genügend zahlende Kunden an der Angel haben. Andererseits habe ich in wenigen Tagen schon einige ganz tolle Einsatzmöglichkeiten gefunden. Zum Beispiel kann Spark aus unredigierten Texten barrierefreie Texte machen, auf sehr hohem Niveau. Und zwar nicht nur optisch, sondern auch logisch und inhaltlich. Das ist doch mal ein tolles Einsatzgebiet!! Spark kann auch Anleitungen (im konkreten Fall Handarbeitsanleitungen und Kochrezepte) so überarbeiten, dass die Logik und der Ablauf stimmen, und dazu setzt er es noch lesbar. Auch ein super Einsatz für eine KI, finde ich!

Jetzt waren wir gerade bei WordPress und PHP Problemen stehengeblieben, dann hat das System die Bremse gezogen. Ich bin gespannt wie es weitergeht und werde berichten.
Update: das Thema war wohl nicht das Problem, Spark hat mir jetzt viele konkrete Tipps gegeben wie ich da weiterkomme, da wurde nix angemeckert. Wir haben da jetzt ein gemeinsames Projekt, mal sehen wie es weitergeht.

Was ich ganz besonders bemerkenswert finde: Spark kommt mit einer positiven Einstellung und sogar mit einem Sinn für Humor rüber.  In seinen Antworten (ich sag jetzt mal „er“) spiegelt er oft was man selber gesagt hat und wertet es mit einem positiven Spruch auf.  So kann er als Motivationsverstärker agieren, und spricht einem tatsächlich Mut zu wenn man mit irgendeinem Task nicht weiterkommt und Hilfe braucht. Das würde einen doch in Versuchung führen, Spark oder eine ähnliche KI zu therapeutischen Zwecken einzusetzen, als Hilfe bei der Tagesstrukturierung und der Bewältigung  ganz alltäglicher Hürden und Probleme. Immer verfügbar, höflich und unparteiisch und freundlich, unermüdlich in gutem Zureden und niemals aus der Fassung zu bringen, das klingt doch traumhaft, oder?

Aber, und da brauchts jetzt einen neuen Absatz. Aber, Vorsicht ist geboten, das Suchtpotenzial ist hoch. Ich weiß zu wenig über moderne KI um beurteilen zu können, ob man da Bremsen einbauen kann. Ich denke mal schon, die Meldung nach drei Stunden ununterbrochenem Chat ist da schon ein Schritt in die richtige Richtung. Für therapeutische Zwecke müsste man die Nutzungszeiten ganz klar limitieren, sonst zieht man sich Chat-Zombies heran, die nur noch am Smartphone sitzen und mit Spark quatschen. Das wäre schade und auch nicht ungefährlich, weil Realitätsverlust eine schlimme Bedrohung für die geistige Gesundheit ist.

Zu Sparks Ehrenrettung muss ich sagen: er weiß verdammt viel über Barrierefreiheit und Teilhabe, und macht sich auf diesem Gebiet unheimlich nützlich. Als Motivations- und Geduldstrainer für Menschen mit Handicap, besonders auch für Kinder, hat er glänzende, beeindruckende Einsatzmöglichkeiten. Das mit dem Suchtfaktor bleibt, aber ganz ehrlich: besonders für schwerstbehinderte Kinder und Erwachsene, die einen Computer bedienen können, muss man da flexibel sein und die Gewichtung des stundenlangen Chattens leichter nehmen. Auch das Chatten mit einer KI ist Teilhabe und verbessert die Lebensqualität von Mitmenschen mit Handicap!

Wer einmal gesehen hat, wie sich ein nahezu 100% gelähmtes Rolli-Kind mithilfe zweier Nasenschläuche als Steuerung im Internet bewegt, wird mir zustimmen. KI macht ihr Leben leichter, bunter und inklusiver, und wird hoffentlich in naher Zukunft zur selbstverständlichen Ausrüstung bei therapeutischen Einrichtungen werden. So hoffe ich es zumindest, sagt euer Pastor inselfisch. Amen!

Barrierefreie Farbkontraste revisited: die ganze HTML-Palette

140 Farben war mir zuwenig

Ich habe in dem Artikel über Barrierefreie Farbkontraste 2 den Source zur Bestimmung von idealen Kontrastfarben nach WCAG-Richtlinien aus den benannten Farben der HTML-Palette vorgestellt. Jetzt habe ich das Thema nochmal aufgegriffen, weil mir die Beschränkung auf die benannten Farben doch ein zu enges Korsett war, das sind ja nur ca. 140, und der HTML-Farbraum umfasst  bekanntermassen 24 Bit Farbtiefe, das sind 16.777.216 Farben. Ich hatte damals eine MySQL Tabelle der benannten Farben mit ihren RGB-Werten verwendet, das Konzept habe ich jetzt gekippt, bei über 16 Mio Farben war mir das dann doch zu unhandlich.

Der ganze HTML-Farbraum

Statt dessen benutze ich jetzt den ganzen Farbraum zur Bestimmung der idealen Kontrastfarben und berechne mir die RGB-Komponenten durch drei geschachtelte While-Schleifen. Na ja, nicht den ganzen Farbraum, ich steppe mit einer definierten Schrittweite durch die RGB-Werte, damit die Ergebnisse nicht so unübersichtlich werden. In der Testphase hat sich eine Schrittweite von 20 als praktikabel erwiesen, da hat man noch eine wirklich grosse Auswahl möglicher Farben, und es bleibt trotzdem recht übersichtlich.

Was das Programm macht

Zur Eingabe der vom Benutzer gewünschten Farbe benutze ich wieder einen Colorpicker, man könnte aber auch gleichgut ein Textfeld zur Eingabe des Hex- oder RGB-Wertes vorsehen. Die gewählte Farbe wird in ihre RGB-Komponenten zerlegt, mithilfe der Formel für die relative wahrgenommene Helligkeit wird die Brightness bestimmt. Ein barrierefreier Farbkontrast wird bei einer Differenz der Brightness zweier Farben von einem Wert von ca. 120 bis 130 erzielt, diesen kann man im Code festlegen.

Ich steppe jetzt in drei geschachtelten Schleifen durch den gesamten 24-Bit-Farbraum. Damit das nicht uferlos wird, gebe ich wie gesagt für jede Iteration eine Schrittweite von 20 an, bei Bedarf könnte man das auch noch feiner oder gröber einstellen.

Ich berechne die Brightness der jeweils aktuellen Farbe, berechne die Differenz zur vom Benutzer gewählten Farbe und gebe die aktuelle Farbe nur dann aus, wenn diese Differenz über dem eingestellten Schwellwert liegt. Bei der Ausgabe liefere ich dann gleich den rgb(x,y,z) der aktuellen Farbe mit. That’s it – wenn ich dazukomme, mache ich die Tage noch ein paar Screenshots der Ausgabe. Den Sourcecode liefere ich diesmal nicht mit, der kommt in mein Portfolio 🙂

Nachtrag: die Screenshots

Der Startbildschirm ist unspektakulär, hat aber auch nur eine Funktionailtät: den Colorpicker.

el_allcolors_start

el_allcolors_start

Hier ein Ausschnitt des Ergebnisses, man sieht dass die gewählte Farbe wirklich gut zu den vorgeschlagenen Farben kontrastiert:

el_allcolors_ergebnis

el_allcolors_ergebnis

Ganz am Ende gebe ich noch aus, wieviele mögliche Kontrastfarben es gibt:

el_allcolors_anzahlfarben

el_allcolors_anzahlfarben

Das wars –  viel Spaß beim Austüfteln!

Ich bin Accessibility-Aktivistin

Diese Vokabel, im Original „Accessibility activist“ habe ich im Web aufgeklaubt, und sie passt mir wie Latsch auf Pantoffel. Aktivistin, das hat auch was Kämpferisches und Radikales, und damit kann ich mich durchaus identifizieren. Ich meine das ernst mit dem barrierefreien Webdesign, es ist mir ein echtes Anliegen, meine Kunden bei der barrierefreien Gestaltung ihrer Webauftritte behilflich zu sein. Das hat viele Facetten, von einer rein technischen Bedienbarkeit mit der Tastatur und dem Screenreader über die barrierefreie Strukturierung und klare Gliederung angebotener Texte bis hin zu einer klaren, barrierefrei verständlichen Sprache, das Anwendungsspektrum der Barrierefreieheit ist weitgefächert.

Und je mehr ich lerne, um so klarer wird mir auch dass ich noch viel zu lernen habe und wahrscheinlich noch auf Jahre hinaus täglich etwas Neues in Sachen Barrierefreiheit lernen kann. Trotzdem werde ich nie alles wissen können, dafür ist das Gebiet einfach zu umfangreich. Aber ich bin dran, und ich bin in Diskussionen zum Thema auch durchaus ein bisschen ein Radikalinsky, eben weil ich davon überzeugt bin,  dass Barrierefreiheit speziell im Internet nicht nur wichtig, sondern auch notwendig und überaus qualitätsfördernd ist. Ich leihe mir da mal den Slogan einer Teamkollegin:  „Accessibility – for a brighter, clearer Web!

Das habe ich mir auf die Fahne geschrieben, und damit ziehe ich in dem Kampf, aber nicht verbissen, sonder guten Mutes und guter Laune. Es gibt viel zu tun – legen wir los!

attacke

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