Fotografieren, kopieren, scannen… gar nicht so einfach

Aquarelle sind verdammt schwierig originalgetreu zu reproduzieren. Die feinen Farbabstufungen kommen z.B. am Computerbildschirm fast überhaupt nicht heraus, hier werden die zarteren Farben der eingescannten Bilder einfach „geschluckt“. Wenn man die Bilder abfotografiert sollte man für verdammt gutes Licht sorgen, sonst werden sie trüb und gelb- oder graustichig.

walchensee-urfeld
walchensee-urfeld

Man kann gescannte oder fotografierte Bilder auch noch mit einem guten Grafikprogramm (ich verwende GIMP) etwas nachbessern, aber so schön wie das Original wird das nie. Dazu kommt, daß auf die gängigen Heimscanner nur Formate bis maximal DIN A 4 passen, und was macht man mit den größeren Formaten?

Wenn man eine gute Reproduktion auf Papier haben möchte, ist ein Farbkopierer keine schlechte Wahl, die modernen Kopiergeräte schaffen sehr feine Farbabstufungen und drucken wirklich brilliant. Farbkopien gibt es im Schreibwarenladen an der Ecke schon ab 1 € pro DIN A 4-Blatt, das kann man sich wirklich leisten und das Ergebnis ist echt nicht das Schlechteste.

Das folgende Bild (Originalgröße ca. 30x40cm) habe ich abfotografiert, auf dem Farbkopierer auf A4 verkleinern und ausdrucken lassen, die Kopie wieder eingescannt und mit GIMP die Farben noch etwas korrigiert, jetzt kommt es ungefähr hin, aber das war schon ganz schön aufwendig. Man stellt es sich immer so einfach vor, ab auf den Scanner und gut ist – von wegen, das klappt nur in den seltensten Fällen. Man muß sich schon ein wenig mehr Mühe machen, wenn man „mit Hausmitteln“ originalgetreu reproduzieren will. Natürlich könnte man die Bilder auch an eine professionelle Repro-Anstalt geben, aber das kostet richtig teuer Geld, und da wir reisenden Maler alle arme Schlucker sind, ist das nicht wirklich machbar 😉

herbst-deigstetten

herbst-deigstetten
herbst-deigstetten

Weiß ist nicht gleich weiß: Winterlandschaft

winterlandschaft-ludwigshoehe
winterlandschaft-ludwigshoehe

Die Farbe Weiß gibt es im Aquarellkasten nicht, ausser man verwendet Deckweiß. Weiße Flächen werden normalerweise dadurch dargestellt, daß man einfach das Papier dort nicht zumalt, wo etwas weiß erscheinen soll.

Weil aber das Aquarellpapier nie ganz weiß, sondern immer mehr oder weniger gelblich ist, war mir das Papierweiß für die schneebedeckten Gipfel nicht weiß genug. Im Vordergrund ist es OK, die sonnenbeschienen schneebedeckten Wiesen und Felder dürfen schon einen leichten Gelbstich haben, aber bei den Bergen mußte ein reineres Weiß her. Früher hat man weiße Stellen in Aquarellen oft mit weißer Kreide „gehöht“, so der Fachausdruck für weißer gemalte Glanzlichter. Ich nehme gern weißglänzende Acrylfarbe. Da sträuben sich zwar den Puristen die Nackenhaare, igitt „Aquarell und Acryl mischt man nicht!“, aber mir ist das herzlich egal. Hauptsache, meine schneebedeckten Gipfel leuchten so frisch und rein wie frischgefallener Schnee! 🙂

Farbstudie: Sonnenuntergang am See

sonnenuntergang-am-see
sonnenuntergang-am-see

Hier habe ich meinen neuen Aquarellkasten ausprobiert und bin mit den Farben mal so richtig „in die Vollen“ gegangen.
Der Kasten ist ein russisches Fabrikat namens „Igor Trestoj“ mit 24 ganzen Näpfchen feiner Künstler-Aquarellfarben und kostet beim Boesner nur ca. 20 €! Ich bin sehr zufrieden, die Farben sind brilliant und leuchtend farbstark, lassen sich sowohl gut lavieren als auch nebeneinander setzen. Um das bißchen Geld ein echtes Schnäppchen!

Die Schmincke-Aquarellfarben, die ich sonst benutze, kosten locker das Vielfache 🙁
Nein, echt! Ein ganzes Näpfchen kostet von Schmincke mindestens 5 €, mal 24 macht schon mal 120 €. Für das Geld kriege ich 6 ganze Kästen vom Igor!

Die Zugspitze, von Percha aus gesehen

zugspitze_percha
zugspitze_percha

Das ist der Blick zur Zugspitze von einem meiner Lieblingsplätze am Starnberger See, dem großen Badestrand in Percha.  Das Bild zeigt eine Herbststimmung bei Fön, und man kann ganz deutlich sehen, warum diese Gegend bei den Malern „Das blaue Land“ heißt.

Gemalt habe ich auf einem meiner hübschsten Blöcke, einem edlen Torchon-Papier im Format 20×20 cm.  Auf dem Torchon-Papier  kann man sehr exakte Pinselstriche setzen, wenn man nicht zu feucht malt. So stehen die Farben klar abgegrenzt nebeneinander, statt ineinander zu verschwimmen, das kommt meiner Technik der Aquarellzeichnung sehr entgegen. Man sieht insbesondere an den Wellen auf dem Wasser, wie ich die verschiedenen Blautöne nebeneinander gesetzt habe.