{"id":949,"date":"2018-02-28T15:05:20","date_gmt":"2018-02-28T14:05:20","guid":{"rendered":"http:\/\/evileu.de\/zum-schwarzen-pinguin\/?p=949"},"modified":"2018-02-28T15:05:20","modified_gmt":"2018-02-28T14:05:20","slug":"was-mir-an-joomla-gut-gefaellt-und-was-weniger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/evileu.de\/zum-schwarzen-pinguin\/2018\/02\/28\/was-mir-an-joomla-gut-gefaellt-und-was-weniger\/","title":{"rendered":"Was mir an Joomla gut gef\u00e4llt &#8211; und was weniger"},"content":{"rendered":"<p>Zum Ende meiner Serie \u00fcber Joomla f\u00fcr alte Programmierer geh\u00f6rt nat\u00fcrlich ein Fazit her, und das wird ganz pers\u00f6nlich und erhebt keinen Anspruch auf allgemeine G\u00fcltigkeit. Ich fang mal damit an, was mir im Vergleich zu WordPress als erstes auff\u00e4llt.<\/p>\n<h2>Weniger intuitive Bedienung<\/h2>\n<p>In WordPress kann ja wirklich jeder halbwegs computeraffine Anwender gleich loslegen, das &#8222;Start Blogging!&#8220; ist durchaus realistisch. Ganz so einfach macht es einem Joomla nicht, man muss sich erst einmal mit der Men\u00fcerstellung anfreunden, und die ist f\u00fcr einen Neuling nicht gerade intuitiv. Auch das Konzept der Joomla-Kategorien sollte man erst einmal verinnerlichen, sonst wird das nix. Wenn man nur eine einfache Blog-Homepage aufbauen will, oder eine &#8222;Visitenkarte&#8220; im Web, ist Joomla meiner Ansicht nach zu schweres Gesch\u00fctz, das sollte man mit WordPress machen, daf\u00fcr reicht es v\u00f6llig.<\/p>\n<h2>Bilderverwaltung ist ein Stiefkind<\/h2>\n<p>Dadurch, dass es in Joomla keine Funktionalit\u00e4t zum Skalieren von Bildern beim Hochladen gibt, ist man ohne entsprechende Erweiterungen drauf angewiesen, die Bilder vor dem Upload auf ein vern\u00fcnftiges Mass zu verkleinern. Auch die Zuordnung von Alt-Texten, Bildtiteln etc. ist eher stiefm\u00fctterlich geraten, das ist eher noch schlechter als in WordPress gel\u00f6st, und das will was heissen. Ich w\u00fcrde mir f\u00fcr beide Programme w\u00fcnschen, dass die Entwickler da mal rangehen und die Medienverwaltung auf vern\u00fcnftige F\u00fcsse stellen.<\/p>\n<h2>Multiblog-Funktionalit\u00e4t dank Kategorien<\/h2>\n<p>\u00dcber die Kategorien hat man in Joomla eine feine M\u00f6glichkeit, eine Multiblog-Site zu erstellen, und das hab ich mir in WordPress schon oft gew\u00fcnscht. Sobald sie auf einer Seite Beitr\u00e4ge aus unterschiedlichen Ressorts logisch sch\u00f6n getrennt aufbereitet darstellen wollen, ist Joomla sicher der bessere Weg. So wie ich meine Rezepte und meine Kochb\u00fccher in getrennte Kategorien gepackt habe, lassen sich auch unendlich viele andere Beitragstypen in Kategorien abbilden. Das erleichtert die Strukturierung auch komplexerer Seiten enorm! Was mir allerdings fehlt (vielleicht hab ich es nur nicht gefunden) : eine M\u00f6glichkeit, f\u00fcr jede Artikelkategorie ein eigenes Layout zu anzulegen. Man hat zwar die M\u00f6glichkeit mit Alternativen Layouts zu arbeiten, aber die muss man bei der Artikelerstellung explizit ausw\u00e4hlen. Ich h\u00e4tte lieber eine automatische Zuordnung selbstdefinierter Layouts zu den einzelnen Kategorien. Wenn da jemand eine gute L\u00f6sung parat hat, w\u00e4re ich f\u00fcr Hinweise dankbar!<\/p>\n<h2>Unendliche Konfigurierbarkeit &#8211; auf Kosten der \u00dcbersichtlichkeit<\/h2>\n<p>Was mir sehr, sehr gut gef\u00e4llt sind die nahezu unendlichen M\u00f6glichkeiten, die Seitendarstellung nach eigenen W\u00fcnschen zu konfigurieren ohne auch nur eine Zeile programmieren zu m\u00fcssen. Ob es um die Darstellung einzelner Artikel, Men\u00fceintr\u00e4ge, Module oder sonstwas geht, man hat in Joomla \u00fcber das Kontrollzentrum schier unendliche M\u00f6glichkeiten der individuellen Konfiguration. Man muss die entsprechenden Optionen nur finden, und das ist manchmal gar nicht so einfach.<\/p>\n<h2>Es gibt weniger OpenSource-Plugins<\/h2>\n<p>Ich bin beim Testen immer wieder dar\u00fcber gefallen, dass Joomla-Erweiterungen mit der ben\u00f6tigten Funktionalit\u00e4t nur als Paid Downloads erh\u00e4ltlich sind, die Auswahl kostenloser Zusatzmodule ist erheblich beschr\u00e4nkter als bei WordPress. Insbesondre im Bereich Datenimport\/Export ist das Angebot kl\u00e4glich bis nichtexistent, deswegen hab ich ja den ganzen Bauchaufzug mit dem WordPress-Import selber aufgestellt.<\/p>\n<p>Auch das f\u00fchrende Formular-Plugin Breezing Forms kann in der Free-Version mit dem guten alten ContactForm 7 nicht mithalten. Die Erstellung einfacher Formulare geht ja noch, aber sobald man versteckte Felder oder Systemvariable braucht, ist man komplett aufgeschmissen. Das ist ein derartiger Verhau undokumentierter Optionen und Konfigurationsm\u00f6glichkeiten mit denen sich kein Schwein auskennt, das finde ich einfach v\u00f6llig unm\u00f6glich.<\/p>\n<h2>Der Support ist ziemlich gut<\/h2>\n<p>Ich habe sowohl im deutschsprachigen Joomla-Forum (https:\/\/forum.joomla.de\/) als auch auf Stackexchange (https:\/\/joomla.stackexchange.com\/) viele wertvolle Hinweise und L\u00f6sungen bekommen, wenn ich mal gar nicht weiterwusste. Joomla hat offenbar eine sehr aktive Support-Community, da werden sie im Zweifelsfall schon geholfen \ud83d\ude42<\/p>\n<h2>Eigenentwicklung von Komponenten und Modulen<\/h2>\n<p id=\"chap-Joomla_Platform_Manual-MVC\" class=\"title\">&#8230;ist in Joomla eine Wissenschaft f\u00fcr sich. Man kommt nicht darum herum, sich mit dem Model-View-Controller (MVC) Modell auseinanderzusetzen, und das ist zwar recht gut dokumentiert, aber auch derart umfangreich, dass man nicht um eine intensive und langwierige Einarbeitung herumkommt. Mal eben schnell ein Plugin auf die F\u00fc\u00dfe stellen wie in WordPress geht so nicht, wer sich n\u00e4her daf\u00fcr interessiert kann mal hier anfangen: <a href=\"https:\/\/docs.joomla.org\/J3.x:Developing_an_MVC_Component\/Introduction\/de\">Entwicklung einer MVC-Komponente<\/a><\/p>\n<p class=\"title\">Aber sagt nicht, ich h\u00e4tte euch nicht gewarnt!<\/p>\n<h2 class=\"title\">Das Datenbankmodell ist der reine Overkill<\/h2>\n<p class=\"title\">Mit \u00fcber 70 lausig dokumentierten Tabellen g\u00f6nnt sich Joomla da ein Datenmodell, das nur f\u00fcr jahrelang ge\u00fcbte Joomla-Experten zu durchblicken ist. Erschwerend kommt hinzu, dass selbst so vermeintlich einfache Konzepte wie die Tags\/Schlagw\u00f6rter auf eine Tabelle mit 30 Eintr\u00e4gen abgebildet werden. Wozu, frag ich mich, braucht ein Tag images, urls, hits, publish-up und downtime und den ganzen Russ? Da l\u00e4uft was aus dem Ruder, da sind den Entwicklern die Objekte wesentlich zu aufgeblasen aus dem Nest gefallen. Hier w\u00e4re Einiges an Verschlankung m\u00f6glich, zu Gunsten der Verstehbarkeit.<\/p>\n<h2 class=\"title\">Schlu\u00dfbemerkung<\/h2>\n<p class=\"title\">Was mir an Joola so richtig ans Herz gewachsen ist sind die vielf\u00e4ltigen Konfigurationsm\u00f6glichkeiten \u00fcber das Kontrollzentrum, was ich absolut \u00fcberzogen finde ist der Aufwand, den man treiben muss, um eigene Komponenten oder Module aufzustellen.\u00a0 Ich halte Joomla f\u00fcr eine sehr gute Alternative, wenn man das Kategorienmodell richtig einsetzt, auch wenn das etwas mehr Planungsaufwand als beim Erstellen einer neuen Seite mit WordPress bedeutet. Joomla ist meiner Meinung nach das modernere, vielseitigere CMS, man muss nur aufpassen dass man beim praktischen Einsatz nicht mit Kanonen auf Spatzen schiesst. Oft sind &#8222;kleine&#8220; L\u00f6sungen \u00fcber den Sourcerer oder die PHP-Bridge m\u00f6glich, bevor man tiefer in das MVC-Modell einsteigen muss. Insgesamt aber ist Joomla ein sehr faszinierendes und vielseitiges Werkzeug f\u00fcr Webdesigner, das ich in Zukunft sicher f\u00fcr etliche Projekte empfehlen und einsetzen werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Ende meiner Serie \u00fcber Joomla f\u00fcr alte Programmierer geh\u00f6rt nat\u00fcrlich ein Fazit her, und das wird ganz pers\u00f6nlich und erhebt keinen Anspruch auf allgemeine G\u00fcltigkeit. Ich fang mal damit an, was mir im Vergleich zu WordPress als erstes auff\u00e4llt. 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