Andere Eltern haben auch schöne Kinder: Joomla für alte Programmierer

Oder sollte es Joomla für alte WordPressler heissen?

Wie dem auch sei, ich hatte gerade in einem aktuellen Projekt die Gelegenheit, mir Joomla in Aktion näher anzugucken, und habe beschlossen, eine kleine Serie für WordPress-Umsteiger darüber zu schreiben. Joomla liegt in der Rangliste der gängigen CMS laut statista,com aktuell mit 6,5 % Marktanteil auf Platz 2 hinter WordPress (60%, mit ca. 19,500,000 aktiven Websites), zwar weit abgeschlagen, aber mit rund 2 Millionen Installationen weltweit ist das noch ein respektabler Rang, der das nähere Hingucken rechtfertigt.

Die Installation

Joomla ist genauso einfach zu installieren wie WordPress und wird ohnehin bei den meisten Hostern als One-Klick-Installation oder dergleichen fertig vorkonfiguriert angeboten, so dass man es leicht „mal schnell ausprobieren“ kann. Ich konzentriere mich hier auf den Versionszweig 3.x, die technischen Voraussetzungen können sie hier bei Joomla Downloads nachlesen. Bei mir läuft Joomla 3.8.4 lokal auf Xampp 7.2.1, allerdings mit einigen kleinen „Glitches“, die aber beim Testen nicht weiter stören. Die Installation läuft prinzipiell nicht anders als bei WordPress, die heruntergeladene Zip-Datei entpackt man in ein eigenes Unterverzeichnis auf dem Server und wird dann von einem Installationsassistenten durch den Prozess geführt, schauen sie mal hier bei joomla.org für detaillierte Informationen zur Installation. Joomla benötigt eine Mysql-Datenbank, es besteht aber auch die Möglichkeit wie bei WordPress über ein Tabellen-Präfix mehrere Joomla-Instanzen innerhalb einer Datenbank zu betreiben. Sie können bei der Installation auswählen, ob sie Joomla mit Beispieldaten installieren möchten oder ohne, ich habe mir dafür einfach zwei Instanzen angelegt.

Der erste Eindruck

Ein kurzer Blick auf die Datenbank: Joomla gönnt sich 72 Tabellen. Die wichtigsten werde ich im Laufe dieser Serie einzeln herauspicken und näher beleuchten, für den Anfang nehmen wir das erstmal so hin. Ansonsten gibt es viele Parallelen zu WordPress – schließlich sind beide Anwendungen datenbankbasierte CMS, da ist schon ein hoher Verwandschaftsgrad vorhanden. Es gibt auch in Joomla ein Frontend und ein Backend, letzteres heißt hier Kontrollzentrum. Es gibt auch eine ausgefeilte Benutzerverwaltung, aber um die werde ich mich in Joomla genauso wenig kümmern wie in WordPress, einfach weil sie in meiner Praxis – beim Erstellen von Webseiten für kleine und mittlere Unternehmen – selten wirklich zum Einsatz kommt. Ich gehe im Zweifelsfall davon aus, dass mit der Erstellung und Pflege der Webseite nur der Administrator zu tun hat, und in den meisten Projekten läuft das auch so.

Zurück zum ersten Eindruck: wenn  man sich eine Joomla-Installation mit Inhalten geladen hat, sieht man auch schon mal ein nettes Frontend. Dessen Aussehen wird bestimmt von dem verwendeten Template, das entspricht ganz dem WordPress-Theme. Default-mäßig wird das Template protostar verwendet, ich habe mir für meine Testseite das Template pixel in der Free Edition ausgesucht, weil das Layout einigermassen zu meinen Anforderungen passt. Man kann Templates genauso einfach wechseln wie Themes in WordPress, und es gibt unzählige kostenlose Templates für alle möglichen Anforderungen im Web, suchen sie sich einfach eins aus, und dann legen wir los.

Das erste hübsche Feature: die Template-Positionsvorschau

Um sich einigermassen zu orientieren, was im verwendeten Template wohin paßt, bietet Joomla eine sehr praktische Funktionalität: sie können unter Erweiterungen/Temlates/Templates bei den Optionen einstellen, dass die Vorschau von Modulpositionen aktiviert wird. Wenn sie dann beim Aufruf ihres Frontends den Parameter ?tp=1 an die URL anhängen (z.B. „http://localhost/joomla30/?tp=1“), bekommen sie angezeigt, an welchen Stellen und unter welchen Positionsbezeichnungen sie in ihrem Template Inhalte einsetzen können, das sieht dann z.B. so aus:

modulpos_screenshot

modulpos_screenshot

So hat man gleich mal eine Übersicht, was im betreffenden Template wohin gesetzt werden kann, und welcher Style für die entsprechende Position verwendet wird. Ein sehr sympathisches Feature, finde ich.

And now start Blogging… nee, so schnell gehts leider nicht

Es ist ein wenig mehr Vorarbeit als in WordPress zu leisten, ehe man eigene Inhalte  sinnvoll online stellen kann. Wir fangen mal damit an, eine in WordPress vorhandene Webseite zu duplizieren, und ich nehme dafür – wie könnte es anders sein? – mein Inselfisch-Kochbuch. Das hat eine übersichtliche und in der Praxis bewährte Struktur und nicht zu viele Features, so dass man sich nicht verzettelt. Mal sehen, was sich in Joomla daraus machen läßt, aber dazu gibts einen neuen Beitrag.

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