{"id":405,"date":"2016-12-05T16:30:14","date_gmt":"2016-12-05T15:30:14","guid":{"rendered":"http:\/\/evileu.de\/inselfisch-kochbuch\/?p=405"},"modified":"2017-11-21T09:22:36","modified_gmt":"2017-11-21T08:22:36","slug":"sonntags-schweinsbraten-die-vorrede-plauderei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/evileu.de\/inselfisch-kochbuch\/2016\/12\/05\/sonntags-schweinsbraten-die-vorrede-plauderei\/","title":{"rendered":"Sonntags-Schweinsbraten: die Vorrede (Plauderei)"},"content":{"rendered":"<h2>Das Familienrezept gibt es eigentlich gar nicht<\/h2>\n<p>Eigentlich sollte ich hier unser Familienrezept f\u00fcr Schweinsbraten hinschreiben, und gut ists. Aber da gehts schon gleich am Anfang los: &#8222;DAS&#8220; Familienrezept gibt es n\u00e4mlich gar nicht. Die Oma hat ihn anders gemacht als die Mami, und ich hab meine eigene Version entwickelt.<br \/>\nBei der Oma gab es die beste Sauce, Mami hat die tollsten Krusterl hingezaubert, und ich bin stolz darauf dass ich auch ein mageres St\u00fcckerl Schwein zart und saftig hinkriege.<br \/>\nOma hat oft St\u00fccke ohne Schwarte genommen, einen Halsgrat zum Beispiel, den hat sie aber so r\u00f6sch gebraten, dass man trotzdem was zu knuspern hatte. Mami machte ihren Schweinsbraten grunds\u00e4tzlich aus einem sch\u00f6nen St\u00fcck Wammerl, da bekommt jeder saftiges Fleisch und soviel Knusperkruste wie er m\u00f6chte. Bei mir kommen auch die &#8222;Hoagladen&#8220; auf ihre Kosten, die kein durchwachsenes Fleisch m\u00f6gen, aber trotzdem ein St\u00fcck Kruste haben m\u00f6chten: ich brate meistens ein St\u00fcck magere Schulter, allerdings mit Schwarte.<\/p>\n<h2><strong>Was wir alle gemeinsam haben<br \/>\n<\/strong><\/h2>\n<ul>\n<li>Der Braten wird kr\u00e4ftig gew\u00fcrzt, mit Salz, Pfeffer, Paprika, Senf, Thymian oder Beifu\u00df, K\u00fcmmel und Knoblauch (von Letzterem kann es ruhig reichlich sein).<\/li>\n<li>Man l\u00e4\u00dft sich vom Metzger Schweinskn\u00f6cherl zum Mitbraten geben, das gibt 1. eine wunderbare Sauce und 2. f\u00fcr die K\u00f6chin(nen) was zum abnagen, in der K\u00fcche und ohne Publikum. F\u00fcr Stadtkinder: ihr Metzger hat wahrscheinlich gar keine Schweinskn\u00f6cherl. Nicht verzweifeln, es geht auch ohne! Rezept folgt.<\/li>\n<li>Der Braten kommt erst mal mit der Schwarte nach unten in die Bratrein, und da gie\u00dft man 1\/4-1\/2 l kochendes Wasser dazu. Dann br\u00e4t man ihn eine gute halbe Stunde. Wenn man ihn jetzt umdreht, ist die Schwarte weich geworden und l\u00e4\u00dft sich sch\u00f6n einschneiden.<\/li>\n<li>F\u00fcr die Sauce: man kann reichlich Suppengem\u00fcse (M\u00f6hrchen, Sellerie, Lauch, Petersilienwurzel) mitbraten, oder man gie\u00dft mit guter Fleischbr\u00fche auf. Oder beides, das hat Oma so gemacht. Ich vertrete einen Kompromi\u00df: reichlich Zwiebeln zum Braten geben, mit Br\u00fche aufgie\u00dfen. Mami nahm (s.o) viele Kn\u00f6cherl UND viel Gem\u00fcse, und gie\u00dft mit Wasser auf, das wird auch super.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Tipps zur Zubereitung<\/h2>\n<p><strong>Man beh\u00e4lt den Braten st\u00e4ndig im Auge,<\/strong> es ist ja nicht jedes Fleischst\u00fcckerl gleich.<\/p>\n<ul>\n<li>Br\u00e4unt er am Anfang zu rasch? Temperatur runter.<\/li>\n<li>Droht das Gem\u00fcse anzubrennen? Don&#8217;t panic, das darf schon sch\u00f6n braun werden. Im Zweifel etwas Br\u00fche oder Wasser angie\u00dfen.<\/li>\n<li>Opa hat angerufen, er kommt eine Stunde sp\u00e4ter! Ofen auf 100 Grad zur\u00fcckdrehen und frischen Tee kochen.<\/li>\n<li>Die Kruste wird nicht knusprig? Mit Bier oder kaltem Salzwasser einstreichen, Ofenhitze hochdrehen, aber dann aufpassen wie ein Luchs, dass nichts verbrennt. Bei modernen \u00d6fen: easy, in den letzten paar Minuten den Grill zuschalten.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><strong>Die Sache mit der Kruste<\/strong><\/h2>\n<p>Manchmal wird&#8217;s einfach nichts, trotz aller Tricks. Da wird die Schwarte dunkelbraun und schw\u00e4rzlich, und trotzdem wird sie nicht knusprig, sondern ledrig und z\u00e4h. Das liegt nicht an Ihnen, das liegt an der (mangelnden) Fleischqualit\u00e4t. Wenn mir (Jabbadabbaduh!) meine Freundin Urmi Schweinsbraten vom Landmetzger mitbringt, da geht die Kruste auf wie Popcorn. Wenn ich das Schweinchen bei der guten kleinen Metzgerei in Freimann dr\u00fcben kaufe, das klappt genauso wunderbar.<\/p>\n<p>Mit Fleisch vom Discounter ist es ein Gl\u00fccksspiel. Bei Penny hatte ich schon Gl\u00fcck, bei Aldi weniger. Und das Fleisch vom Supermarkt um die Ecke ist so schlecht, da\u00df wir schon mal einen ganzen Braten weggeschmissen haben, Affenschande das.<br \/>\nAber die Superm\u00e4rkte haben ja regional unterschiedliche Zulieferer, da hilft nur ausprobieren, und vielleicht haben Sie ja Gl\u00fcck und erwischen ein g\u00fcnstiges St\u00fcckerl, das sich sch\u00f6n braten l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Das war jetzt mal die Vorrede, aber schlie\u00dflich ist der Schweinsbraten per se eine Familienphilosophie f\u00fcr sich. Jetzt schreibe ich gleich mal <a href=\"http:\/\/evileu.de\/inselfisch-kochbuch\/2016\/12\/05\/sonntags-schweinsbraten-mein-rezept\/\">mein eigenes Rezept <\/a>auf, f\u00fcr Saucenbagger optimiert trotz Mangel an Schweinskn\u00f6cherln.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Familienrezept gibt es eigentlich gar nicht Eigentlich sollte ich hier unser Familienrezept f\u00fcr Schweinsbraten hinschreiben, und gut ists. Aber da gehts schon gleich am Anfang los: &#8222;DAS&#8220; Familienrezept gibt es n\u00e4mlich gar nicht. Die Oma hat ihn anders gemacht als die Mami, und ich hab meine eigene Version entwickelt. 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