{"id":217,"date":"2016-11-21T18:49:48","date_gmt":"2016-11-21T17:49:48","guid":{"rendered":"http:\/\/evileu.de\/inselfisch-kochbuch\/?p=217"},"modified":"2017-10-22T18:34:29","modified_gmt":"2017-10-22T16:34:29","slug":"das-knoedel-dilemma-eine-bairische-wissenschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/evileu.de\/inselfisch-kochbuch\/2016\/11\/21\/das-knoedel-dilemma-eine-bairische-wissenschaft\/","title":{"rendered":"Das Kn\u00f6del-Dilemma (eine bairische Wissenschaft)"},"content":{"rendered":"<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Zu einem sch\u00f6nen Festtagsbraten mit So\u00df&#8216; geh\u00f6ren in Bayern unbedingt Kn\u00f6del, eine andere Beilage kommt einfach nicht in Frage. Und es gibt auch in jeder Familie eiserne Regeln, welche Kn\u00f6del zu welchem Gericht serviert werden, denn Kn\u00f6del ist nicht gleich Kn\u00f6del. Grunds\u00e4tzlich wird erstmal unterschieden zwischen Semmelkn\u00f6deln und Kartoffelkn\u00f6deln, wobei erstere sehr leicht zuzubereiten sind und auch als Abwandlungen, z.B. Speck- oder Schinkenkn\u00f6del fein schmecken und vielf\u00e4ltig einsetzbar sind.<\/p>\n<h2>Semmelkn\u00f6del<\/h2>\n<p>Reine, <a href=\"http:\/\/evileu.de\/inselfisch-kochbuch\/2016\/12\/21\/die-echten-oma-semmelknoedel-grundrezept-semmelnknoedeln\/\">klassische Semmelkn\u00f6del<\/a> geh\u00f6ren zum Sauerbraten und zum Boeuf \u00e0 la mode, auch zum saueren L\u00fcngerl und zu saurer Leber und zum Gansjung werden sie gerne gereicht, kurz, zu allen Gerichten die eine rahmige, s\u00e4uerlich-pikante Sauce mitbringen. Die b\u00f6hmische Verwandschaft &#8222;Serviettenkn\u00f6del&#8220; pa\u00dft hier \u00fcbrigens genauso gut. Speckkn\u00f6del passen zum Sauerkraut und als Suppeneinlage, die S\u00fcdtiroler Verwandschaft Kas- und Spinatkn\u00f6del sind als eigenst\u00e4ndige Gerichte mit ein wenig brauner Butter \u00fcbergossen schon sensationell gut. Wie gesagt, &#8222;ois easy&#8220; bei den Semmelkn\u00f6deln.<\/p>\n<h2>Kartoffelkn\u00f6del<\/h2>\n<p>Bei den Kartoffelkn\u00f6deln wird es da schon schwieriger. Es gibt rohe Kartoffelkn\u00f6del und gekochte Kartoffelkn\u00f6del, Halbseidene und <a href=\"http:\/\/evileu.de\/inselfisch-kochbuch\/2016\/11\/27\/baumwollene-gleess-fraenkische-gekochte-kartoffelknoedel\/\">Baumwollene<\/a>, Wickelkl\u00f6\u00df&#8216; und -zig Varianten mehr. Ich hab das Kn\u00f6delmachen von meiner Oma gelernt, ich kanns schon, aber ich mache heutzutage kaum noch Kartoffelkn\u00f6del selber, obwohl die Hausgemachten nat\u00fcrlich unvergleichlich gut schmecken. Warum nicht? Weil man heutzutage kaum noch die richtigen Kn\u00f6del-Kartoffeln kriegt, auch nicht f\u00fcr viel Geld und gute Worte <strong>!<\/strong><\/p>\n<h3>Warum das mit den Kartoffeln so schwierig ist<\/h3>\n<p>Mehlig m\u00fcssen die Kartoffeln sein, aber nicht zu mehlig. Reif sollen sie sein, wegen dem Geschmack, und gut abgelagert, wegen\u00a0 der Konsistenz. Keinesfalls zu jung und w\u00e4ssrig oder glitschig d\u00fcrfen sie sein, und zu alt und schon muffig nat\u00fcrlich auch nicht. Es ist schier zum Verzweifeln, aber man kriegt heutzutage einfach keine geeigneten Qualit\u00e4ten zum Kn\u00f6delkochen mehr. Es gibt die richtigen Sorten schon noch, aber die gehen meistens an die Industrie, die dann Fertigprodukte und Fixt\u00fcten daraus herstellt, pfui b\u00e4h! Die &#8222;ber\u00fchmten&#8220; Pfanni-Kn\u00f6del aus Kartoffelflocken aus dem Packerl finde ich einfach nur furchtbar, und was so in Kochbeuteln und anderen Fixpackungen angeboten wird, ist auch nicht besser.<\/p>\n<h3>Brauchbare Fertigprodukte<\/h3>\n<p>Am ehesten gehen noch die frischen Kn\u00f6delteige aus dem K\u00fchlregal, da sind die meisten durchaus e\u00dfbar. Der N\u00fcrnberger Klo\u00dfteig zum Beispiel (Halb und Halb) ist echt OK, der von Burgi&#8217;s ist auch nicht schlecht. Von Heigl gibt es einen echten bayrischen rohen Kartoffelkn\u00f6delteig, den mu\u00df man ein bi\u00dfchen suchen, aber der ist richtig gut! Mit ein paar ger\u00f6steten Semmelbr\u00f6ckerln drin und sch\u00f6n langsam auf kleiner Flamme gargezogen schmeckt das tats\u00e4chlich wie richtige Kn\u00f6del, und die Konsistenz ist auch beinahe richtig. Noch nicht ganz das Original, aber zumindest eine erste N\u00e4herung. Rohe Kartoffelkn\u00f6del sind n\u00e4mlich in unserer Familientradition die unverzichtbare Beilage zu r\u00f6schen Braten mit kr\u00e4ftiger brauner So\u00dfe, das sind: Schweinsbraten und &#8211; Haxen, die Ente zur Kirchweih, der G\u00e4nsebraten zu Weihnachten. Dazu mu\u00df es unbedingt rohe Kartoffelkn\u00f6del geben, und ich behelfe mir halt mit dem fertigen Kn\u00f6delteig, weil ich eh keine gescheiten Kartoffeln kriege. Besser als nix!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einleitung Zu einem sch\u00f6nen Festtagsbraten mit So\u00df&#8216; geh\u00f6ren in Bayern unbedingt Kn\u00f6del, eine andere Beilage kommt einfach nicht in Frage. Und es gibt auch in jeder Familie eiserne Regeln, welche Kn\u00f6del zu welchem Gericht serviert werden, denn Kn\u00f6del ist nicht gleich Kn\u00f6del. 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