Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein: Scheduled events

Was ist ein Scheduled Event?

Das ist im Prinzip so etwas wie ein Cron-Job, und hier höre ich alle alten Programmierer „Aha!“ rufen. Jeder kennt die Möglichkeit, in Unix/Linux zeitlich wiederkehrende Aufgaben per Cron-Job zu steuern. WordPress bietet mit den Scheduled events eine ähnliche zeitabhängige Funktionssteuerung, und das ist prinzipiell eine schicke Sache, aber es gilt ein paar Eigenheiten zu beachten. Man kann schon festlegen, zu welcher Uhrzeit eine Funktion ausgeführt werden soll, ob sie täglich oder zweimal am Tag oder wöchentlich ausgeführt werden soll und all sowas, aaaber…

Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein

Ein WordPress Scheduled event wird erst ausgeführt, wenn die Blogseite auch aufgerufen wird. Dann guckt WordPress nach, ob es Events gibt, deren festgelegte Uhrzeit bereits abgelaufen ist, und erst jetzt wird die geplante Aktion gegebenfalls ausgeführt. Heißt im Klartext: wenn kein Besucher auf die Webseite kommt, wird auch kein Event ausgeführt. Nein, ich veräppel euch nicht, das ist so. Schlimmstenfalls wird der Event erst genau dann ausgeführt, wenn man selber mal auf seine Webseite geht um zu gucken ob schon was passiert ist. Das ist natürlich datenverarbeitungstechnisch Bockmist, weil es dem reinen Zufall überlassen ist, wann die gewünschte Funktion nun tatsächlich ausgeführt wird.

Und, ist das so schlimm?

Das kommt darauf an. Wenn ich über einen Scheduled Event einen größeren Datenbankabgleich mit richtig vielen Datensätzen fahren will, hätte ich schon gern dass der wie geplant Nachts um 2:00 über die Bühne geht und nicht erst Morgens wenn der erste Besucher auf meiner Webseite hereinschneit. Wenn ich zu bestimmten Zeiten E-Mails mit Informationen über „Neues zum Tage“ an meine Abonennten verschicken möchte, sollen die schon zu einer bestimmten Tageszeit abgesetzt werden und nicht erst Stunden später. Das mal nur so als Beispiele.

Wir wollen mal nicht so kleinlich sein, in den meisten Fällen wird es nicht so gravierend sein, wenn eine geplante Funktion statt um 0:00 erst um 6:27 beim ersten Besucher der Webseite getriggert wird. Man muss es halt wissen, und sich genau überlegen ob es im Einzelfall etwas ausmacht, daß ein geplanter Event erst „irgendwann“ stattfinden wird, und nicht genau zur geplanten Zeit.

Wie plane ich einen Scheduled Event?

Dafür verweise ich auf diesen ausgezeichneten Artikel bei sitepoint, da steht alles in komprimierter, bestens verständlicher Form drin. Ich renne hier nur mal im Schnellgang durch.

Zuerst definieren wir die Funktion, die ausgeführt werden soll,

function mein_event(){  // Mach irgendwas.}

Wir verknüpfen die Funktion mit einem neuen Action hook:

add_action('mein_action_hook','mein_event');

Schließlich setzen wir die Parameter für den Event, dabei nutzen wir die PHP-Funktion time(), die den UNIX-Timestamp für „jetzt“ zurückgibt:

wp_schedule_event(time(), 'hourly', 'mein_action_hook');

Das alles kommt in die functions.php unseres Child-Themes, und sollte dafür sorgen, dass unsere Funktion ab sofort stündlich ausgeführt wird… jedenfalls so ungefähr, wann halt der nächste Besucher hereinschneit. Also ehrlich, mir sträuben sich da sämtliche Nackenhaare, aber anders kann es WordPress halt nicht. Da dürfen sich die Entwickler aber schon nochmal was einfallen lassen!

Workaround und Helferlein

Ja, ich habs gehört, die alten Programmierer habens alle schon eingeworfen: dann basteln wir uns halt einen Cron-Job, der unsere WordPress-Seite automatisch aufruft, sagen wir mal eine Minute nachdem der Scheduled Event fällig war. Wie das geht steht z.B. hier bei Sebastian Widmann , aber das führt mir jetzt endgültig zu weit, das kann sich jeder der möchte selber zusammenpfriemeln.

Wenn man unbedingt mit Wordpess Scheduled events arbeiten will, kommt man an einem sehr ausgefeilten und nützlichen Plugin kaum vorbei:
WP Crontrol bietet eine komfortable Benutzeroberfläche zur Steuerung von Events und Schedules und macht einem das Leben hier deutlich leichter. Ändert zwar nix an der grundlegenden Problematik von „wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein“, aber ist zumindest sehr einleuchtend zu bedienen und hilft einem bei mehreren Scheduled Events wirklich, den Überblick zu bewahren.

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