Grundlagen der Aquarellmalerei

Aquarellfarben sind transparent, d.h. vor allem, man kann nicht deckend übereinander malen,  weil die untere Farbe immer durchscheint. So ist es zum Beispiel nicht möglich, zuerst einen
blauen Himmel und dann darauf eine gelbe Sonne zu malen, die Sonne würde grün werden.
Das muss beim Aufbau eines Bildes berücksichtigt werden. In den meisten Fällen wird man mit Aussparungen arbeiten und die Farben nebeneinander setzen. Wenn dabei das Weiß des Papiers durchscheint, ist das kein Fehler, sondern es macht das Bild hell und luftig.

gedenkkreuz
gedenkkreuz

Wieso gibt es keine weiße Aquarellfarbe?

Wenn man beim Aquarellieren eine weiße Fläche erzielen will, geschieht das durch Aussparungen, d.h. man lässt die entsprechende Fläche einfach leer, so dass das Weiß des Papiers hell aufscheint. Helle Farbtöne erzielt man auch nicht durch das Mischen mit
Weiß, sondern indem man die Farben mit mehr oder weniger Wasser vermalt. Man kann zwar (sparsam) Deckweiß für Glanzlichter einsetzen, aber das wirkt immer matt, ich empfehle es nicht.

Kann man Farben nachträglich noch korrigieren?

Nur begrenzt. Man kann helle Farben zwar mit dunkleren Farben übermalen (s. a.  Lasurtechnik, weiter unten), aber eine einmal farbig zugemalte Fläche ist nur sehr begrenzt durch Auswaschen wieder zu korrigieren. Daher ist der Einsatz von dunklen, kräftigen Farben
sehr wohl überlegt zu planen, und ist ein starkes gestalterisches Mittel.

seeshaupt_winter
seeshaupt_winter

Bildplanung: zuerst die Flächen

Ein gutes Aquarell lebt von der Freiheit und Spontaneität der Pinselstriche. Trotzdem kann es nicht schaden, das Motiv zuerst einmal mit Bleistift zu skizzieren. Gehen sie dabei locker heran,
verlieren sie sich nicht in Details. Der Kontrast verschiedenfarbiger Flächen ist hierbei wichtiger  als kleinteilige Naturtreue. Oft genügt es, ganz am  Schluß im Vordergrund oder in der Bildmitte noch  einige kleinteilige Motive einzustreuen, um einen naturgetreuen Eindruck zu vermitteln.

ein-sturm-zieht-auf_aufhofen
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