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Hell auf Dunkel: der Trick mit der Maskierflüssigkeit

Eine der schwierigsten Techniken der Aquarellmalerei ist das Malen von hellen Objekten auf einem dunklen Untergrund. Man kann natürlich die hellen Bildelemente zuerst mal anzeichnen und dann den Untergrund mit kräftigem Farbauftrag dunkel ausmalen, aber das ist gerade bei feingliedrigeren Motiven eine Heidenarbeit. Damit das Hell-auf-Dunkel trotzdem gelingt, gibt es einen Trick: man verwendet Maskierflüssigkeit.

isar-herbstlaub
isar-herbstlaub

Maskierflüssigkeit ist eine schnelltrocknenden Gummilösung, die nach dem Trocknen mit einem Radiergummi wieder entfernt werden kann. Sie ist relativ zähflüssig, so daß man nicht wirklich haarfeine Details damit abdecken kann, aber mit einem spitzen Pinsel und etwas Geduld klappt auch das Abdecken feinerer Bildelemente.  Man füllt einfach die Stellen im Bild, die hell bleiben sollen, mit Maskierflüssigkeit aus. Die läßt man dann ein paar Minuten trocknen. Dann kann man den Hintergrund mit großzügigem Pinselstrich in dunkleren Farben ausfüllen, da wo die Markierflüssigkeit auf dem Papier liegt, perlt die Farbe ab und dringt nicht in das Papier ein. Bild trocknen lassen, und mit einem weichen Radiergummi die Maskierflüssigkeit mit etwas Gefühl wieder abradieren. Dann kann man in die weiß gebliebenen Stellen die feinen Details der hellen Bildelemente mit leichter Hand und zartem Farbauftrag ausfüllen. Das sieht man hier auf dem Bild aus dem Münchner Rosengarten besonders schön:

rosengarten_pergola
rosengarten_pergola

Wichtig! Die Maskierflüssigkeit muß am selben Tag noch entfernt werden, wenn sie länger als ein paar Stunden eintrocknet, kriegt man sie nicht mehr ab und das Bild ist ruiniert.