Eine Kochbuch-Illustration entsteht: appetitliche Lasagne

Ich brauche immer jede Menge Illustrationen für mein Inselfisch-Kochbuch, damit die Rezepte auch schön appetitlich anzusehen sind. Hier zeige ich einmal, wie eine solche Illustration entsteht, die Technik ist ein bißchen anders als bei den Landschaften, hier arbeite ich mit Tusche.
Wichtig dabei ist, daß man eine wasserfeste Tusche verwendet, damit die Linien beim Kolorieren nicht verlaufen. Ich verwende einen schwarzen Staedtler PigmentLiner 0,1, der ist zwar nicht billig, aber er hält ewig. Das Papier ist ein Aquarell-Postkartenblock in Studienqualität, da muß man nicht das Teuerste nehmen.

Zuallererst mache ich eine Bleistiftskizze, dafür verwende ich einen ganz normalen Minen-Druckbleistift der Härte HB. Keine härteren Minen nehmen, die lassen sich schlecht radieren! Bei der Skizze kann man ruhig ein wenig schmieren und ausbessern, die Bleistiftlinien kommen ja nachher wieder weg.

lasagne-bleistift
lasagne-bleistift

Dann ziehe ich die Linien mit dem Tuschestift nach, das sollte man schon mit einiger Sorgfalt machen, damit es eine hübsche saubere Zeichnung ergibt. Die Tusche lasse ich so etwa 5 Minuten trocknen, dann gehe ich mit einem weichen Radiergummi über das ganze Bild und radiere alle Bleistiftlinien und – Schmierspuren behutsam aber gründlich weg.

lasagne-tusche
lasagne-tusche

Dann kommt der Aquarellkasten zum Einsatz. Alle Bildobjekte werden schön farbig koloriert. Wenn das Essen auf dem Teller selber nicht genug Farbigkeit hergibt, gestalte ich das „Drumherum“ ein wenig bunter, damit das Bild lebendig wirkt. Ich setze die Farben sorgfältig nebeneinander und lasse es zwischendurch immer wieder trocknen, bei meinen Illustrationen sollen die Farben ja nicht ineinander verlaufen, sondern die klare Zeichnung betonen, so wirken sie plastisch und lebendig.

lasagne-farbe
lasagne-farbe

Na, kriegt man da nicht Appetit?
Hier ist das Rezept zum Nachkochen!

Hell auf Dunkel: der Trick mit der Maskierflüssigkeit

Eine der schwierigsten Techniken der Aquarellmalerei ist das Malen von hellen Objekten auf einem dunklen Untergrund. Man kann natürlich die hellen Bildelemente zuerst mal anzeichnen und dann den Untergrund mit kräftigem Farbauftrag dunkel ausmalen, aber das ist gerade bei feingliedrigeren Motiven eine Heidenarbeit. Damit das Hell-auf-Dunkel trotzdem gelingt, gibt es einen Trick: man verwendet Maskierflüssigkeit.

isar-herbstlaub
isar-herbstlaub

Maskierflüssigkeit ist eine schnelltrocknenden Gummilösung, die nach dem Trocknen mit einem Radiergummi wieder entfernt werden kann. Sie ist relativ zähflüssig, so daß man nicht wirklich haarfeine Details damit abdecken kann, aber mit einem spitzen Pinsel und etwas Geduld klappt auch das Abdecken feinerer Bildelemente.  Man füllt einfach die Stellen im Bild, die hell bleiben sollen, mit Maskierflüssigkeit aus. Die läßt man dann ein paar Minuten trocknen. Dann kann man den Hintergrund mit großzügigem Pinselstrich in dunkleren Farben ausfüllen, da wo die Markierflüssigkeit auf dem Papier liegt, perlt die Farbe ab und dringt nicht in das Papier ein. Bild trocknen lassen, und mit einem weichen Radiergummi die Maskierflüssigkeit mit etwas Gefühl wieder abradieren. Dann kann man in die weiß gebliebenen Stellen die feinen Details der hellen Bildelemente mit leichter Hand und zartem Farbauftrag ausfüllen. Das sieht man hier auf dem Bild aus dem Münchner Rosengarten besonders schön:

rosengarten_pergola
rosengarten_pergola

Wichtig! Die Maskierflüssigkeit muß am selben Tag noch entfernt werden, wenn sie länger als ein paar Stunden eintrocknet, kriegt man sie nicht mehr ab und das Bild ist ruiniert.